von Alexandra Ganceva

Begriff

Unter E-Voting (electronic voting, Online-, Internet-Wahlen) versteht man die Stimmabgabe über elektronische Medien.

Ausgehend von Wahlen und Abstimmungen als Kern partizipativer Entscheidungsverfahren kann man E-Voting als Kern der E-Partizipation im Rahmen der E-Democracy? beschreiben.

Anwendungsfeld

E-Voting hat ein breiteres Anwendungsfeld als politische Wahlen, die im Zentrum des Interesses stehen. Dazu zählen auch Selbstbefragungen/Selbsteinordnungen (Tests zur Selbstreflexion in vielen Themenbereichen), Abstimmungen (Meinungsumfragen) sowie Organisieren von Gruppen, Vereinen, Parteien (Einsatz von Online-Angeboten zur internen Organisation dieser Gruppen) über das Internet.

Vorteile gegenüber konventionellen Mathoden

E-Voting soll

  • leichter: Es müssen weniger Hürden überwunden werden, so bleibt einem der Gang ins Wahllokal erspart;
  • billiger: Effizientere Gestaltung der Verarbeitung und Aufzählung der Stimmen hat großes Einsparungsptenziel in sich;
  • und schneller

sein.

Probleme und Herausforderungen

Es bleiben allerdings noch etliche Fragen offen. So werden die verwendeten Abstimmungs- bzw. Wahlverfahren selten reflektiert und daher nicht optimal an das Entscheidungsproblem angepasst. Es besteht folglich ein Aufklärungsbedarf und die Notwendigkeit der Überarbeitung und Weiterentwicklung der bisherigen E-Voting-Ansätze sowie weiterer Forschungsbedarf.

Angesichts der Komplexität des Verfahrens und der hohen Anforderungen an den Datenschutz, Datensicherheit und Funktionssicherheit haben Wahlen in Politik und Verbänden im Vergleich zu anderen Formen des E-Votingeinen einen viel weiteren Weg zur selbstverständlichen Anwendung .

Zu den aktuellen Problemen zählen leicht erratbare Administratoren-Passwörter, unkorrekte Software-Installationen, mögliche Systemausfälle am Wahltag.

Es bestehen ferner auch Bedenken bezüglich der Zulässigkeit von Internet-Wahlen am Maßstab der Wahlrechtsgrundsatzes der Geheimheit der Wahl (Art. 38 Abs. I S. 1 GG) und der Minderung an manifestierter Republik.

Literatur

E-Voting im Internet - Forschung, Entwicklung, Probleme. Arbeitsbericht von Martin Brandt und Bernd Volkert, Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg; Bär, Hohl, Möstl, Müller [Hrsg.]: Rechtskonformes eGovernment - eGovernmentkonformes Recht, Richard Boorberg Verlag 2005

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